Die Großseglerregatten in Aarhus sind ein Erlebnis, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten.
Alte Segelschiffe, maritime Traditionen und sommerliche Atmosphäre im Hafen
Die Tall Ships Races sind weit mehr als nur die Vorführung schöner Segelschiffe im Hafen. Es ist eine internationale maritime Veranstaltung, bei der einige der größten und beeindruckendsten Segelschiffe der Welt zusammenkommen, während junge Menschen aus aller Welt die Möglichkeit erhalten, das Leben auf See kennenzulernen und an Bord etwas über Zusammenarbeit, Verantwortung und Gemeinschaft zu lernen.
In diesen Tagen ist Aarhus genau das Zentrum davon, und bei Temperaturen von 28 Grad, blauem Himmel und Sonne über dem Hafen könnte die Kulisse kaum besser sein.
Die Masten kann man schon sehen, bevor man den Hafen erreicht.
Die Masten ragen über die Gebäude am Herman-Sallings-Platz hinaus, und man merkt sofort, dass sich in der Stadt etwas verändert hat. Der Hafen von Aarhus wirkt fast wie aus einer anderen Zeit, als große Segelschiffe und maritime Traditionen das Ufer mit Leben erfüllten.
Bei der offiziellen Eröffnung erklärte Bürgermeister Anders Winnerskjöld, warum Aarhus ein naheliegender Austragungsort für die Veranstaltung sei.
„Aarhus hatte schon immer eine enge Beziehung zum Meer“, sagte der Bürgermeister und wies auch darauf hin, dass der Hafen seit jeher das Tor der Stadt zur Welt sei.
Er sagte auch etwas, das das Wesen der Großsegler sehr treffend erfasst: „Das Meer trennt uns nicht nur. Das Meer verbindet uns auch.“
Und genau dieses Gefühl bekommt man heutzutage, wenn man am Hafen entlangspaziert.
Die norwegische Sørlandet aus dem Jahr 1927 ist eines der ältesten noch in Betrieb befindlichen Vollsegelschiffe der Welt.
Die Geschichte der Tall Ships Races reicht 70 Jahre zurück.
Die Tall Ships Races blicken auf eine einzigartige Geschichte zurück. Alles begann 1956 als einmalige Veranstaltung, die die verbliebenen Großsegler der Welt feiern sollte, da man damals befürchtete, sie würden vollständig verschwinden. Doch das Interesse war so groß, dass sich die Veranstaltung zu dem internationalen Event entwickelte, das wir heute kennen.
Besonders faszinierend ist, dass vier der 20 Schiffe des allerersten Rennens im Jahr 1956 noch heute teilnehmen. Darunter befinden sich die norwegischen Yachten Sørlandet und Christian Radich sowie die niederländische Maybe und die dänische Georg Stage.
Dies bedeutet auch, dass die Sørlandet, die derzeit in Aarhus vor Anker liegt, vor 70 Jahren am ersten Tall Ships-Rennen teilgenommen hat.
Ein Spaziergang entlang des Hafens ist schon ein Erlebnis für sich.
Vom Herman Sallings Plads und rund um Navitas bis zum Bassin 7 liegen die Schiffe Seite an Seite mit ihren hohen Masten, weißen Segeln und einem Gewirr von Tauen, sodass sich das Hafengebiet wie eine Mischung aus lebendigem Museum und internationalem Sommerfestival anfühlt.
Die Atmosphäre ist entspannt, gemütlich und sommerlich. Menschen schlendern mit Eis und kalten Getränken in den Händen umher, Familien bleiben stehen und zeigen auf die riesigen Schiffe, und es gibt immer wieder Momente, in denen man einfach nur innehält und staunt.
Wenn Sie die Tall Ships Races besuchen, empfehle ich Ihnen unbedingt, den gesamten Rundgang zu machen und nicht nur bei den größten Schiffen anzuhalten. Auch die kleineren Schiffe haben ihren ganz besonderen Reiz, jedes mit seiner eigenen Geschichte und seinem eigenen Charme.
Das besondere Erlebnis beginnt, sobald Sie an Bord gehen.
Das Besondere an den Tall Ships Races sind nicht nur die Schiffe, die man von außen sieht. Es ist genauso wichtig das Erlebnis, an Bord zu gehen.
Das Gefühl, vom Land auf ein altes Segelschiff zu treten, ist unvergleichlich. Man setzt einen Fuß an Deck und plötzlich fühlt es sich an, als betrete man eine andere Welt.
Bretter unter den Füßen statt Kopfsteinpflaster. Seile in alle Richtungen über dem Kopf. Alte Details und Originalinstrumente, die noch heute verwendet werden.
Norwegischer Staatsrat Lehmkuh ab 1924.
Stadtrat Lehmkuhl hinterließ den größten Eindruck
Eines der Schiffe, das mich am meisten beeindruckt hat, war zweifellos die norwegische Statsraad Lehmkuhl.
Es ist schwer, in Worte zu fassen, wie beeindruckend dieses Schiff wirklich ist. Es hat etwas fast Majestätisches an sich.
An Bord unterhielt ich mich mit einem Besatzungsmitglied, das mir vom Leben auf See und dem Alltag an Bord erzählte. Die Besatzung arbeitet etwa zehn Stunden am Tag, und jeder hat seine festen Aufgaben im Decksdienst, bei der Navigation, im Maschinenraum oder in der Verpflegung.
Besonders faszinierend war die Information, dass das Schiff immer noch ohne Autopilot fährt. Rund um die Uhr ist immer jemand am Steuer.
Es ist schwer, nicht innezuhalten und darüber nachzudenken. In einer Zeit, in der alles digital und automatisiert ist, gibt es immer noch Bereiche, in denen Erfahrung, Handwerkskunst und menschliche Präsenz von entscheidender Bedeutung sind.
Das Besatzungsmitglied zeigte uns auch die Navigationsbrücke, wo noch immer der originale Magnetkompass von 1914 hängt. Er funktioniert noch, obwohl heute natürlich auch moderne Geräte zum Einsatz kommen.
Mir wurde auch erklärt, warum die Geschwindigkeit auf See immer noch in Knoten und nicht in Kilometern gemessen wird. Früher ließen die Leute ein Seil mit Knoten ins Wasser und maßen, wie schnell die Knoten durch ihre Hände glitten. Daran konnten sie die Geschwindigkeit des Schiffes ablesen.
Bei Tall Ships geht es eigentlich um Menschen.
In ihrer Eröffnungsrede erklärte Vanessa Mori, CEO von Sail Training International, dass die diesjährigen Tall Ships Races etwas ganz Besonderes seien, da die Veranstaltung 2026 ihr 70-jähriges Jubiläum feiert. Seit sieben Jahrzehnten bringen die Tall Ships Races junge Menschen und Crews aus aller Welt zusammen, um gemeinsam zu segeln, Gemeinschaft zu erleben und zu lernen.
„Der eigentliche Grund, warum wir jedes Jahr die Tall Ships Races veranstalten, sind die jungen Leute“, sagte sie von der Bühne.
Sie beschrieb, wie das Leben an Bord jungen Menschen Verantwortung, Zusammenarbeit und Vertrauen lehrt und wie etwas Besonderes passiert, wenn Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen auf See aufeinandertreffen.
„Wenn junge Menschen auf See zusammenkommen, geschieht etwas Bemerkenswertes.“
Diese Sichtweise erscheint umso sinnvoller, wenn man selbst einmal an Bord war und die Atmosphäre gespürt hat.
Von außen sehen wir die prächtigen Schiffe mit ihren hohen Masten und weißen Segeln. Doch hinter der Fassade verbergen sich Geschichten über Menschen, Traditionen und ein Leben auf See, von dem nur wenige von uns etwas wissen.
Die Reise lohnt sich.
Falls Sie sich fragen, ob sich die Reise zu den Tall Ships Races lohnt, ist meine Antwort ziemlich eindeutig: Ja.
Machen Sie einen Rundgang. Schauen Sie sich nicht nur die größten Schiffe an, sondern auch die kleineren. Gehen Sie an Bord, stellen Sie Fragen und nehmen Sie sich Zeit, die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Bei den Tall Ships Races geht es nicht nur darum, Schiffe anzusehen. Es geht darum, einer Welt näherzukommen, die nur wenige von uns kennen.
Fakten zu den Großsegler-Regatten Aarhus 2026
• Die Tall Ships Races finden vom 24. bis 27. Juni in Aarhus statt.
• Im Jahr 2026 jährt sich die Tall Ships Race zum 70. Mal.
• Die Schiffe befinden sich vom Herman Sallings Plads rund um Navitas bis zum Bassin 7.
• Es besteht Zugang zum Hafengebiet und die Möglichkeit, mehrere Schiffe zu besichtigen.
• Die Veranstaltung bietet Schiffe, Musik, Aktivitäten und maritime Erlebnisse für die ganze Familie.
Route 2026 nach Aarhus
• Aarhus ist der Startpunkt der diesjährigen Tall Ships Races.
• Die Schiffe fahren dann weiter nach Harlingen, Antwerpen und Stavanger
• Das Finale findet am 2. August in Aalborg statt.



















