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„Mein Haus, mein Traum“ ist ein Ort, an dem man dem Alltag für eine Weile entfliehen kann.

Veröffentlicht: 14.06.2026
Mein Haus, mein Traum bei Teatret Gruppe38 Schaukelpferde
von: Christina Hazelden

Die Tür zu einem anderen Tempo

Es nieselte, als ich an jenem Freitag das Teatret Gruppe38 an der Aarhus Ø verließ. Draußen lag die Hafenkai grau da, und die Menschen waren auf dem Weg zu ihren Wochenendplänen. Am liebsten wäre ich umgedreht und zurückgegangen. Nicht, weil ich nichts sehen wollte. Sondern weil dort etwas war, das ich im Alltag selten erlebe: Ruhe.

„Mein Haus, mein Traum“ lässt sich schwer kategorisieren. Es fühlt sich nicht wie Theater im klassischen Sinne an. Auch nicht wie eine Ausstellung, in der man von Werk zu Werk wandert und unterwegs kleine Schilder liest. Es ist eher so, als betrete man ein Haus aus Erinnerungen, Träumen, Klängen und kleinen Geschichten, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Mein Haus, mein Traum im Teatret Gruppe38 – Blumen von der Decke

Kopfhörer sind der Schlüssel

Als ich den dunklen Raum betrat, stand ich eine Weile da und überlegte, ob ich nach rechts oder links gehen sollte. Doch mir wurde schnell klar, dass es eigentlich gar nicht so wichtig war. Es gibt keinen vorgegebenen Weg durch das Haus, und das ist eines der ersten Dinge, die einen ermüden. Man soll hier eigentlich nirgendwo hinkommen. Man muss einfach nur erkunden.

Überall im Haus hängen Kopfhörer herum, und es ist wichtig, dass du sie aufsetzt und Musik hörst. Sie sind nicht nur ein zusätzliches Accessoire, sondern der Kern des Hörerlebnisses. Jedes Mal, wenn du dich hinsetzt und sie aufsetzt, eröffnet sich dir eine kleine Welt, die parallel zu dem Raum existiert, in dem du dich befindest.
Manche Geschichten bringen dich zum Lächeln. Andere sind still und nachdenklich. Und was sie alle gemeinsam haben, ist, dass sie dich nicht weiter bedrängen. Sie warten geduldig, bis du selbst bereit bist, aufzustehen.

Es ist seltsam, wie ungewohnt es sich anfühlt. Wir sind so sehr an Erlebnisse gewöhnt, die uns ständig vorantreiben. Nächste Szene. Nächstes Bild. Nächste Botschaft. Und hier geschieht das Gegenteil. Hier darf man in jeder Stimmung so lange verweilen, wie man möchte. Vielleicht fühlt sich die Erfahrung deshalb so anders an. Nicht weil sie spektakulär ist, sondern weil sie auf Stille und Neugierde beruht, um dennoch etwas zu bewegen.

Mein Haus, mein Traum bei Teatret Gruppe38 - Vogelkäfig

Ein Haus mit vielen Zimmern

Es gibt unterwegs viel zu entdecken. An einem Ort lauschte ich der Geschichte der Blumen und schaute dabei zur Decke hinauf. In einem der Zimmer legte ich mich in ein altes Etagenbett und hörte Geschichten über die Kinder im Supermarkt.

An einem Ort hörte ich Geräusche, die sich mit etwas sehr Langsamem, Rhythmischem und fast Meditativem vermischten. An einem anderen Ort blickte ich durch ein Fenster auf etwas, das ich nicht recht in Worte fassen konnte, aber dennoch zu verstehen glaubte.

So funktioniert das mit dem Haus. Es erklärt sich nicht von selbst. Es bietet einem nur eine Möglichkeit, und den Rest füllt man dann selbst mit dem, was man hat.

Ich verweilte an jedem Ort lange. Nicht, weil etwas Großartiges geschah, sondern weil die Atmosphäre es mir schwer machte, weiterzuziehen.

Und manchmal genügt es schon, einfach da zu sein.

Mein Haus, mein Traum im Teatret Gruppe38, tropfendes Wasser

Es geht mehr um dich als um das Haus.

Je länger ich dort umherging, desto mehr wurde mir klar, dass es bei „My House, My Dream“ eigentlich nicht um die Räume und Installationen geht. Es geht darum, was in einem vorgeht, während man dort ist. Die eigenen Erinnerungen und Gedanken schleichen sich ein und vermischen sich mit dem, was man sieht und hört, und plötzlich wird das Erlebnis viel persönlicher, als man erwartet hatte.

Das macht es wahrscheinlich deshalb so schwer, es anderen hinterher zu erklären. Nicht weil es ein Geheimnis ist, sondern weil ein großer Teil der Erfahrung die eigene ist.

Mein Haus, mein Traum bei Teatret Gruppe38, der Schrank

Der Kirschgarten anschließend

Als ich endlich wieder im Kirschgarten war, erwartete mich ein kleiner Tisch. Große Papierblumen hingen von der Decke. Auf dem Tisch stand ein kühles Glas mit einem rosafarbenen Getränk und ein Teller mit kleinen Portionen, die in der richtigen Reihenfolge direkt auf das Porzellan gezeichnet waren. Hier anfangen. Dann dort. Dann dort.

Es klang vielleicht nach einer Spielerei, war es aber nicht. Es fühlte sich an wie eine natürliche Fortsetzung dessen, was ich gerade erlebt hatte. Wieder einmal ging es darum, die Dinge langsam anzugehen und auf das zu achten, was direkt vor einem liegt. 

Wir brauchen Orte wie diesen

Als ich wieder im Nieselregen stand und zum Eingang zurückblickte, dachte ich, dass wir das ganze Jahr über Zugang zu einem solchen Ort haben sollten. Denn wir brauchen ihn wirklich immer wieder. Diese wohltuende Auszeit, in der der Alltag stillsteht und man einfach durch eine Tür gehen, sich hinsetzen und dem Leben wie einer Blume lauschen kann.

Mein Haus, mein Traum im Teatret Gruppe38 Delikatesse

Praktische Informationen

Veranstalter: Teatret Gruppe38 und The Garden Studio

Ort: Teatret Gruppe 38, Irma Pedersens Gade 22, 8000 Aarhus C

Zeitraum: 12. Juni – 2. August 2026

Öffnungszeiten: Freitags: 15:00-18:00 Uhr – Samstags und sonntags: 11:00-17:00 Uhr.

Tickets mit Startzeiten zu jeder vollen Stunde, bis einschließlich eine Stunde vor Schließung.

Preis: Unter 18 Jahren: 85 DKK / 18 Jahre und älter: 110 DKK.

Tickets und weitere Infos: Gruppe38.dk

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