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Das Aarhus Theater ist ein Haus mit Geheimnissen in jeder Ecke

Veröffentlicht: 14.09.2025
Aarhus Theater Marianne Ninna Philipsen auf der Bühne
von: Christina Hazelden – Fotograf: Wyrle Studio

Wenn man vor dem Aarhus Theater steht, ist man leicht von der beeindruckenden Fassade geblendet. Doch hinter jedem Detail verbergen sich Geschichten, die Archivarin Marianne Ninna Philipsen zum 125-jährigen Jubiläum des Theaters enthüllte. Es wurde zu einer Reise in ein Haus, in dem alles durchdacht ist, von den Schwänen an der Decke bis zum Teufel auf dem Dach.

Wer hat das Aarhus-Theater gebaut?

Der Architekt Hack Kampmann wurde mit dem Entwurf des Aarhus-Theaters beauftragt, doch er war nicht allein. Sein enger Mitarbeiter, der Künstler Karl Hansen Reistrup, prägte alles, vom Fries am Giebel bis zu den Keramikdetails. Gemeinsam schufen sie ein Gebäude, das sowohl monumental als auch voller kleiner Geschichten ist.

Die beiden hatten unter anderem bereits beim Schloss Marselisborg und Teilen der Kathedrale zusammengearbeitet. Im Theater vereinten sie alles, was sie konnten: Architektur, Kunst und Symbolik in einem.

Aarhus Theater Marianne Ninna Philipsen Vortrag

Schwäne, Sterne und Feuer

Im Inneren der Hauptbühne dreht sich alles um die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer. Der große Kronleuchter an der Decke symbolisiert die Sonne, umgeben von Sternen und Flammen. Schwäne aus Hans Christian Andersens Märchen „Die wilden Schwäne“ fliegen umher, jeder mit einem kleinen, goldgekrönten Detail.

An den Wänden sieht man Möwen und Fische, die das Meer und die Stadt ins Haus holen. Nichts ist zufällig, alles ist so gestaltet, dass es sowohl die Natur als auch Aarhus als Hafenstadt widerspiegelt.

Warum sitzt ein Teufel auf dem Dach des Aarhus-Theaters?

Das wohl meistdiskutierte Detail ist der Teufel auf dem Dach. Gerüchten zufolge wurde er dort als Provokation gegen die Kathedrale direkt nebenan platziert. Doch die Wahrheit sieht wohl anders aus: Die Figur ist ein Wächter, ein Symbol, das das Haus schützen sollte.

Als es wenige Tage vor der Eröffnung im Jahr 1900 gehisst wurde, drängten sich Hunderte von Aarhusern vor dem Theater, um zu sehen, wie es seinen Platz fand. Und seitdem steht es dort als Wächter des Hauses und ein kleines Geheimnis für jeden, der nach oben schaut.

Bei Ihrem Theaterbesuch sollten Sie sich auch Zeit nehmen, die Architektur zu bewundern. Viele spannende Hintergrundinformationen finden Sie in unserem Themenbereich. Erlebnisse im Aarhus Theater, wo sowohl Bauen als auch Schauspielerei im Fokus stehen.

Das Aarhuser Theater vom Bispetorv aus gesehen

Woraus besteht das Aarhus-Theater?

Das Gebäude steht auf einem Granitfundament und ist mit französischem Safrian-Stein verkleidet, einem hellen Sandstein, der das Haus schon von weitem erkennbar macht.

Reistrup war für die gesamte Keramik im Innen- und Außenbereich verantwortlich. Der Giebelfries besteht aus glasierten Fliesen von Kähler aus Næstved. Tatsächlich verzögerte die Arbeit an der richtigen Farbgebung beim Brennen den Bau. Und gerade solche kleinen Details verleihen der Fassade ihren besonderen Ausdruck.

Auch im Foyer und auf den Balkonen ist an alles gedacht. Hier war ursprünglich vorgesehen, dass Porträts großer Dramatiker die Wände schmücken, ein Plan, der nie verwirklicht wurde, aber von den großen Ambitionen zeugt, mit denen das Theater gegründet wurde.

Wie viele Personen haben im Aarhus-Theater Platz?

Store Scene bot ursprünglich Platz für rund 1.000 Personen, sowohl mit Sitzbänken als auch mit Stehplätzen. Heute ist Platz für rund 700 Personen. Der Raum ist immer noch derselbe: mit goldener Tapete, den Farben aus dem Eröffnungsjahr und Stühlen, die Kampmanns Originaldesign entsprechen.

Auch bei der Renovierung des Saals wird daran gearbeitet, ihn wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. So dass man auch heute, 125 Jahre später, noch immer einen Raum betreten kann, der sich anfühlt wie damals, nur eben mit etwas mehr Komfort.

Welche Rolle spielt das Aarhus-Theater heute?

Marianne Ninna Philipsens Präsentation erinnerte uns daran, dass das Aarhuser Theater nicht nur ein Ort ist, an dem Aufführungen stattfinden. Es ist selbst eine Aufführung, mit der Fassade, der Decke, der Keramik und den Symbolen als Kulisse. Ein Gebäude, das in sich selbst eine Geschichte über die Ambitionen der Stadt, die Rolle der Kunst und all das erzählt, was wir erkennen können, wenn wir genauer hinschauen.

Wenn Sie heute, 125 Jahre nach der Eröffnung, auf dem Bispetorv stehen, können Sie immer noch die Energie spüren, die die Bürger von Aarhus in das Projekt gesteckt haben.

Und vielleicht ist das genau der Grund, warum sich das Theater so sehr wie ein Haus der Stadt anfühlt, ein Haus, das noch immer eine Geschichte erzählt.

So sehen Sie die Details selbst

Wenn Sie das nächste Mal am Aarhus Theater vorbeikommen, denken Sie daran, nach oben und um sich herum zu schauen:

  • Die Schwäne an der Decke
  • Der Teufel auf dem Dach
  • Die Adler an der Fassade
  • Keramikdetails von Kähler

Sie sind immer noch da und erinnern Sie daran, dass das Aarhuser Theater schon immer mehr als nur ein Gebäude war. Es ist ein Stück lebendiger Stadtgeschichte, in der sogar die Wände Geschichten erzählen.

Quelle: Präsentation beim Geschichtsfestival zum 125-jährigen Jubiläum des Aarhus Theaters, 14. September, Marianne Ninna Philipsen, Archivarin am Aarhus Theater.

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